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Was das Klassenzimmer uns wirklich kostet —und wer die Rechnung trägt

  • Autorenbild: Die DiklusionsGestalter e.V.
    Die DiklusionsGestalter e.V.
  • 1. Juli
  • 9 Min. Lesezeit

Was die Zahlen sagen

Schulleitungen tragen täglich Verantwortung für Menschen, nicht für Kennzahlen. Aber manchmal hilft ein Blick auf die Zahlen, um zu verstehen, was auf dem Spiel steht. Die Lage an deutschen Gymnasien ist keine, die man schönreden sollte.

Fast jede zweite Lehrkraft in Deutschland — 46 Prozent — nennt den Umgang mit dem Verhalten ihrer Schüler als die größte berufliche Belastung, ein Wert, der in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist: 2024 lag er noch bei 35 Prozent (Robert Bosch Stiftung, 2026a). Dahinter stehen keine disziplinarischen Lappalien. Hinter dem Begriff Verhalten der Schüler stecken Verhaltensauffälligkeiten, mangelnde Motivation, psychische Probleme und Konzentrationsschwierigkeiten — kurz: Symptome, für die Lehrkräfte keine ausreichende Vorbereitung erhalten haben und für die sie täglich improvisieren.

Dass dieser Druck Spuren hinterlässt, zeigen die Krankheitszahlen. Der Krankenstand bei Lehrkräften erreichte 2024 mit durchschnittlich 21,7 Krankheitstagen pro Jahr einen historischen Höchststand. Etwa 70 Prozent aller Dienstunfähigkeitsverfahren haben psychische Erkrankungen als Ursache, fast jede fünfte Lehrkraft weist ein hohes Depressionsrisiko auf (Albert-Sibert, 2025). Was das für eine Schule mit 80 Lehrkräften konkret bedeutet, lässt sich ausrechnen: Allein die Mehrkosten durch Vertretung und Ausfall übersteigen schnell sechsstellige Beträge jährlich — Geld, das fehlt, bevor überhaupt über pädagogische Qualität gesprochen wird.

Auf der anderen Seite des Klassenzimmers sieht es nicht besser aus. 25 Prozent der Schüler:innen zeigen psychische Auffälligkeiten — 15 Prozent gelten als psychisch auffällig, weitere 10 Prozent liegen im Grenzbereich. Erstmals seit der Corona-Pandemie nimmt die psychische Belastung wieder zu, von 21 Prozent (2024) auf 25 Prozent (2025) (Robert Bosch Stiftung, 2026b). Was heute im Klassenzimmer unbehandelt bleibt, wird morgen zur volkswirtschaftlichen Last: Psychische Erkrankungen, die im Kindes- und Jugendalter entstehen, verursachen schätzungsweise zwei bis vier Milliarden Euro jährlich allein durch spätere Arbeitsunfähigkeit und weitere 550 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro durch Arbeitslosigkeit (Universität Ulm & Universität Hamburg, 2023). Die OECD beziffert die Gesamtkosten psychischer Erkrankungen in Deutschland auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts — rund 146 Milliarden Euro jährlich (OECD & European Observatory on Health Systems and Policies, 2023).


Die Lücke zwischen Wollen und Können ist kein Willensproblem. 62 Prozent der Lehrkräfte befürworten inklusiven Unterricht — doch nur 17 Prozent halten ihn unter aktuellen Bedingungen für umsetzbar (forsa im Auftrag der GEW, 2025). Was bleibt, ist ein stiller Kreislauf des Scheiterns: Lehrkräfte erschöpft, Schüler laut oder unsichtbar.

 

Wer sind diese Schüler eigentlich?

Schätzungen zufolge sind 8–12 Prozent der Gymnasiasten neurodivergent — eine heterogene Gruppe, die sich keineswegs auf ein einziges Verhaltensbild reduzieren lässt (RKI/KiGGS, 2014; Schulte-Körne & Remschmidt, 2003; Shalev et al., 2000; Zeidan et al., 2022). In jeder Klasse mit 28 Schülern sitzen statistisch zwei bis drei Kinder mit ADHS (ca. 4–9 %), ein bis zwei mit Legasthenie (ca. 5–10 %), ein Kind mit Dyskalkulie (ca. 3–6 %), eines mit AVWS (ca. 2–3 %) und gelegentlich eines im Autismus-Spektrum (ca. 1 %). Die Diagnosen überschneiden sich dabei häufig.

Für Schulleitungen und Lehrkräfte ist wichtig zu verstehen: Neurodivergenz zeigt sich im Klassenzimmer nicht in einer, sondern in zwei grundlegend verschiedenen Richtungen.

Das laute Bild: ADHS und impulsives Verhalten

Schüler mit ADHS können ihr Verhalten in vielen Situationen nicht willentlich steuern — sie zeigen es selbst dann, wenn sie wissen, dass es unangemessen ist und Konsequenzen drohen (Streif, 2023). Was Lehrkräfte als Störung des Unterrichts erleben, ist aus der Perspektive des Kindes oft eine unfreiwillige Reaktion auf Reizüberflutung, Unterforderung oder fehlende Struktur. Werden diese Kinder wiederholt aufgefordert, stillzusitzen und ihre Impulse zu unterdrücken, verbrauchen sie die meiste kognitive Energie für Verhaltenskontrolle — und haben kaum noch Kapazität für Lerninhalte (Streif, 2023). Sanktionen allein lösen dieses Problem nicht. Sie verstärken es.

Das stille Bild: Autismus, Legasthenie und der Rückzug ins Schneckenhaus

Die andere Seite bleibt noch unsichtbarer: Insbesondere für Schüler im Autismus-Spektrum ist das starre Schulsystem — geprägt von Reizüberflutung, unvorhersehbaren sozialen Interaktionen und permanentem Erwartungsdruck — eine tägliche Überforderung. Die Folge ist der schleichende Rückzug aus dem System und die soziale Isolation (News4teachers, 2026). Schüler mit Legasthenie oder Dyskalkulie erleben ähnliches: Ihre Intelligenz ist intakt, ihre Leistungsfähigkeit in nicht-betroffenen Bereichen oft überdurchschnittlich — doch das Schulsystem bewertet sie an den Stellen, an denen sie strukturell benachteiligt sind.

Diese Kinder fallen nicht auf. Sie fallen durch. Lautlos. Und das, obwohl viele von ihnen hochbegabt sind — ein Potenzial, das nie sichtbar wird, weil es nie die Chance bekommt.

Gemeinsam ist beiden Gruppen: Das Verhalten, das Lehrkräfte belastet, ist kein Disziplinproblem. Es ist ein Kommunikationsproblem — ein Hilferuf nach Struktur, nach Verständnis, nach einem Ort, an dem Anderssein keine Strafe bedeutet.

 

Was es kostet, nichts zu tun

Der Status quo ist keine neutrale Option. Er hat einen Preis — und dieser Preis wird von drei Akteuren gleichzeitig bezahlt: den Schülern, den Lehrkräften und der Gesellschaft.

Für die Schule

Ein Gymnasium mit 80 Lehrkräften und einem Krankenstand von 21,7 Tagen pro Jahr — bei einem branchenüblichen Referenzwert von 13 Tagen — generiert jährlich rund 168.000 Euro an Vertretungs- und Ausfallkosten, die auf strukturelle Überlastung zurückgeführt werden können. Hinzu kommen die Stunden, die Schulpsychologie und Schulbegleitung in eskalierten Fällen investieren, die bei früherem Barriereabbau vermeidbar gewesen wären (eigene Modellrechnung, DiklusionsGestalter e. V., 2026).

Für Familien

Eltern neurodivergenter Kinder tragen unsichtbare Mehrlasten: private Therapiekosten (Logopädie, Ergotherapie, Lerntherapie), Einkommensausfälle durch Elternzeit, Nachhilfe sowie die Kosten von Schulartwechsel und Wiederholungsjahr. Diese Folgekosten lassen sich einer einzelnen Schule nicht direkt zurechnen — volkswirtschaftlich sind sie aber real.

Für die Gesellschaft

Psychische Erkrankungen, die im Jugendalter unbehandelt bleiben, verursachen nach Schätzungen des Universitätsklinikums Ulm und der Universität Hamburg zwei bis vier Milliarden Euro jährlich durch spätere Arbeitsunfähigkeit sowie weitere 550 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro durch Arbeitslosigkeit (2023). Neurodivergente Menschen sind dabei überproportional betroffen: Internationale Studien zeigen, dass bis zu 85–90 Prozent neurodivergenter Erwachsener arbeitslos oder unterbeschäftigt sind — selbst mit Hochschulabschluss (Roux et al., 2015). Fachkräftemangel ist kein Schicksal. Er ist zu einem erheblichen Teil das Ergebnis eines Systems, das Potenzial jahrelang systematisch übersieht.

 

Die Hypothese: Was wäre, wenn?

Was, wenn ein erheblicher Teil jenes „schwierigen Verhaltens", das Lehrkräfte heute am stärksten belastet, gar nicht durch mehr Disziplin lösbar ist — sondern durch bessere Passung zwischen Lernumgebung und Lernvoraussetzung?


Die Forschung liefert dafür eine belastbare Grundlage. Aus der Neurodiversitätsperspektive entstehen Herausforderungen neurodivergenter Schüler:innen primär nicht aus inhärenten Defiziten, sondern aus Mismatches zwischen ihrer Neurologie und der Lernumgebung (Jones & Orchard, 2024, zitiert nach ScienceDirect, 2025). Auf Deutsch formuliert es die Schweizerische Gesundheitsstiftung RADIX präzise: Neurodivergente Kinder verbrauchen bereits einen Großteil ihrer neuronalen Kapazität für die Anpassung an das auf neurotypische Lernende genormte Schulsystem — und haben nur die übriggebliebene Energie für die eigentliche Lernaufgabe (RADIX, 2024). Was Lehrkräfte als Störung erleben, ist in dieser Lesart kein Disziplinproblem, sondern ein Kapazitätsproblem — ein Hilferuf nach Struktur, nach Verständnis, nach einem Ort, an dem Anderssein keine Strafe bedeutet.


Hinzu kommt eine Wechselwirkung, die den Teufelskreis schließt: Menschen mit ADHS oder Autismus können sich nur schwer von den Gefühlen anderer abschirmen — je größer der Stress der Lehrkraft, desto wahrscheinlicher überträgt er sich auf genau jene Schüler:innen, die ohnehin am stärksten belastet sind (Kapierfehler, 2025). Erschöpfte Lehrkraft, eskalierendes Verhalten, noch erschöpftere Lehrkraft: Das ist kein Versagen einzelner Menschen. Es ist ein Systemfehler.


Unsere Hypothese lautet daher: Wenn es gelingt, strukturelle Barrieren im Schulalltag proaktiv abzubauen — durch klarere Unterrichtsstruktur, niedrigschwellige digitale Werkzeuge und ein Verständnis der ND-Perspektive im Kollegium — dann verringert sich das als belastend wahrgenommene Schüler:innenverhalten spürbar. Nicht weil Schüler:innen sich mehr anpassen, sondern weil das System aufhört, Anpassung als einzige Lösung zu kennen. Weniger Mismatch bedeutet weniger Eskalation, weniger Eskalation bedeutet weniger Stress für Lehrkräfte — und mehr Raum für das, wofür sie in den Beruf gekommen sind: guten Unterricht.


Grundlage dieser Hypothese ist das Prinzip des Universal Design for Learning (UDL): Was für ND-Schüler:innen funktioniert — klare Struktur, multimodale Darstellung, flexible Lernwege — verbessert nachweislich auch das Lernen neurotypischer Kinder (Ayuso-del Puerto et al., 2026). Inklusion ist kein Nullsummenspiel. Sie ist strukturell besserer Unterricht für alle.

Diese Kausalität ist für den deutschen Gymnasialkontext bisher nicht in einer kontrollierten Studie direkt gemessen. Genau das macht unsere Pilotpartnerschaft zu mehr als einem pädagogischen Experiment: Sie ist eine wissenschaftliche Chance.

 

Ansätze für Schüler und Lehrkräfte


Die Forschungslage ist eindeutig: Es braucht keine Revolution. Es braucht informierte, strukturierte und konsequent umgesetzte Anpassungen — auf drei Ebenen.


Für Schüler: Selbstbestimmung und Alltagsstruktur

Neurodivergente Jugendliche profitieren von Werkzeugen, die ihnen helfen, ihren Schulalltag selbst zu organisieren, statt auf permanente Fremdsteuerung angewiesen zu sein.


Konkret haben sich folgende Ansätze bewährt:

  • Digitale Tools zur Strukturierung des Tagesablaufs und Aufgabenplanung (Zeitmanagement, visuelle Stundenplanung, Erinnerungssysteme)

  • KI-gestützte Anwendungen zur Dekodierung und Vereinfachung von Texten, Aufgabenstellungen und Lernmaterialien

  • Apps zur Selbstregulation: Atemübungen, sensorische Pausen, Stimmungscheck-ins

  • Kommunikationshilfen für Schüler, die Sprache im Stress schwer abrufen können

  • Rückzugsmöglichkeiten im Schulgebäude als niedrigschwellige Entlastung bei sensorischer Überlastung


Das Ziel ist nicht Fürsorge, sondern Selbstwirksamkeit: Schüler lernen, ihre eigenen Bedarfe zu erkennen, zu benennen und zu managen — eine Kompetenz, die weit über die Schulzeit hinauswirkt.


Für Lehrkräfte: Wissen, Werkzeuge, Entlastung

Lehrkräfte können nur das sehen, was sie kennen. Das größte Hemmnis inklusiven Unterrichts ist nach wie vor fehlende Ausbildung im Umgang mit ND-Schülern — nicht fehlender Wille.


Folgende Ansätze entlasten konkret:

  • Fortbildungen zu Neurodivergenz: Was sind ADHS, Autismus, Legasthenie, AVWS — und wie zeigen sie sich konkret im Gymnasium?

  • Unterrichtspraktische Hinweise zur Barriereabsenkung ohne Mehraufwand: Strukturierte Aufgabenstellungen, klare Ankündigungen, flexible Sitzarrangements

    Digitale Planungswerkzeuge, die UDL-Prinzipien in bestehende Unterrichtsvorbereitung integrieren

  • Perspektivwechsel-Tools, die helfen, das Verhalten von ND-Schülern zu entschlüsseln: Was steckt hinter dem Ausbruch? Was hinter dem Schweigen?

  • Kollegiale  oder auch KI-gestützte Fallberatung mit niedrigschwelligem Einstieg: Wer fragt, braucht kein vollständiges Konzept — nur eine verlässliche Ansprechstruktur


Entlastung entsteht nicht durch mehr Aufgaben, sondern durch mehr Verstehen. Eine Lehrkraft, die weiß, dass das Trommelzyklus-Kind mit dem Kugelschreiber kein Provokateur ist, sondern ein Kind mit ADHS, das sensorischen Ausgleich sucht, reagiert anders — und erschöpft sich weniger.

 

Was die DiklusionsGestalter anbieten

Die DiklusionsGestalter e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet von neurodivergenten Menschen für neurodivergente Menschen. Unser Grundsatz: Nichts über uns ohne uns. Was wir entwickeln, entwickeln wir mit der Zielgruppe — nicht für sie.


Für Gymnasien bieten wir drei integrierte Handlungsfelder an:


Aufklärung

Wissen ist die Voraussetzung für alles Weitere. Wir bieten:

  • Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte und Schulbegleitung: Grundlagen der Neurodivergenz, konkrete Verhaltensbilder im Schulalltag, erste Handlungsoptionen

  • Elternabende: Neurodivergenz verstehen, Stärken erkennen, Brücken bauen zwischen Schule und Zuhause

  • Vorträge für Schulleitungen: Rechtliche Grundlagen (UN-BRK, Inklusion), pädagogische Evidenz, Kostenmodell

  • Schulpsychologische Sensibilisierung: ND-Perspektiven als Ergänzung zur klinischen Diagnostik


Gestaltung

Wir stellen Werkzeuge vor:

  • Für Schüler: KI-Apps — von ND für ND getestete Anwendungen zur Organisation des Alltags, Dekodierung von Informationen, Selbstregulation und Kommunikations-unterstützung

  • Für Lehrkräfte: DG-FLOW (in Planung) — KI-Agent für inklusiven Unterricht nach UDL-Prinzipien

  • Für Lehrkräfte: Avatar-gestütztes Training für die Kommunikation mit neurodivergenten Menschen

  • Für Lehrkräfte und Schulbegleitung: Divergent Mirror — eine von einem Autisten entwickelte App, die hilft, die Wahrnehmungs- und Kommunikationswelt neurodivergenter Menschen zu verstehen und Barrieren proaktiv zu benennen

  • Für das gesamte Kollegium: Praxisleitfaden Barriereabbau — konkrete, sofort umsetzbare Hinweise für den Schulalltag, ohne zusätzlichen Planungsaufwand


Begleitung

Kurzfristige Maßnahmen verpuffen ohne Kontinuität. Deshalb bieten wir strukturelle Begleitung an:

  • ND-Botschafter-Programm — Neurodivergente Mitarbeitende aus Partnerunternehmen übernehmen einzelne Unterrichtsstunden im Rahmen der Arbeits- und Berufsorientierung. Jugendliche erleben, dass Neurodivergenz im Berufsleben kein Hindernis sein muss — und ND-Schüler bekommen auf Wunsch Zugang zu individuellem Mentoring durch Menschen mit eigener ND-Erfahrung

  • Wirkungsmessung — sechs Monate begleitende Evaluation: Wie entwickeln sich Lehrkraftbelastung, Eskalationsfrequenz und Schülerwohl? Daten, die der Schulleitung Rechenschaft und dem Verein Lernbasis geben

  • Pilot-Partnerschaft — Wir suchen Gymnasien, die als erste echte Implementierungspartner in Bayern/München gemeinsam mit uns das Modell erproben und weiterentwickeln. Pro Bono. DSGVO-konform.

 

Anders denken ist der Vorteil von morgen

ND-Schüler von heute sind Fachkräfte, Unternehmer und Innovatoren von morgen — wenn das System ihnen den Weg nicht verbaut. Die Schule, die heute in Inklusion investiert, investiert nicht in Randgruppen. Sie investiert in das Potenzial aller.

Was für ND-Schüler funktioniert, ist besserer Unterricht für die ganze Klasse. Das ist kein Slogan. Es ist das Versprechen des Universal Design for Learning — und es ist empirisch belegt (Ayuso-del Puerto et al., 2026).

Win-win-win ist kein Wunschdenken. Es ist die logische Konsequenz, wenn Barrieren abgebaut statt Symptome verwaltet werden: ND-Schüler gewinnen Selbstwirksamkeit, Lehrkräfte gewinnen Entlastung, und die Gesellschaft gewinnt das Potenzial, das sie gerade noch systematisch verschenkt.

 

 

Literaturquellen

Albert-Sibert, D. (2025, November). Lehrer Krankheiten Statistik in Deutschland: Statistik 2025. https://mein-beamtenportal.de/lehrer-krankheiten-statistik-in-deutschland-statistik-2025/


Ayuso-del Puerto, A., et al. (2026). Universal Design for Learning and neurotypical achievement: A meta-analysis. Journal of Educational Psychology. https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2026.1832142/full  


forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag der GEW. (2025). Inklusion an deutschen Schulen: Einstellungen und Erfahrungen von Lehrkräften. GEW. https://www.vbe.de/fileadmin/user_upload/VBE/Service/Meinungsumfragen/2025-05-06_Bericht_forsa-Inklusion_Bund.pdf


Jones, R., & Orchard, F. (2024). Environmental mismatch as the primary driver of neurodivergent challenges in education. Educational Psychology Review, zitiert nach: ScienceDirect. (2025). A scoping literature review of generative artificial intelligence for supporting neurodivergent school students. Computers and Education: Artificial Intelligence. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666920X25000773


Kapierfehler. (2025, Februar). Neurodiversität in der Schule. https://kapierfehler.de/neurodiversitaet-in-der-schule/


MenschensBILDUNG. (2024, Dezember). Burnout bei neurodivergenten Kindern — ein unterschätztes Problem. https://menschensbildung.de/burnout-bei-neurodivergenten-kindern/



OECD & European Observatory on Health Systems and Policies. (2023). Mental health and work: Policy challenges. OECD Publishing. https://eurohealthobservatory.who.int/publications/country-health-profiles/2023


RADIX Schweizerische Gesundheitsstiftung. (2024). Neurodiversität: SchoolMatters — Ein Beitrag zur Entwicklung der Schule mit psychischer Gesundheit. https://www.radix.ch/de/gesunde-schulen


Robert Koch-Institut (RKI). (2014). KiGGS-Studie: Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. RKI. https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Studien-und-Surveillance/Studien/KiGGS/kiggs_start_inhalt.html


Robert Bosch Stiftung. (2026a, Juni). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte 2026. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung. https://bosch-stiftung.de/publikation/deutsches-schulbarometer-lehrkraefte-2026


Robert Bosch Stiftung. (2026b, März). Deutsches Schulbarometer: Befragung Schüler:innen 2025/26. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung. https://bosch-stiftung.de/sites/default/files/documents/2026-03/Deutsches%20Schulbarometer%20Sch%c3%bcler_innen%202025_26_.pdf


Roux, A. M., Shattuck, P. T., Rast, J. E., Rava, J. A., & Anderson, K. A. (2015). National autism indicators report: Transition into young adulthood. Life Course Outcomes Research Program, AJ Drexel Autism Institute, Drexel University. https://drexel.edu/~/media/Files/autismoutcomes/publications/National%20Autism%20Indicators%20Report%20-%20July%202015.ashx


Schulte-Körne, G., & Remschmidt, H. (2003). Legasthenie — Symptomatik, Diagnostik, Ursachen, Verlauf und Behandlung. Deutsches Ärzteblatt, 100(7), A-396. https://www.aerzteblatt.de/archiv/legasthenie-symptomatik-diagnostik-ursachen-verlauf-und-behandlung-8e5d7a61-6956-4e13-ae3f-98348a4fe7d9


Shalev, R. S., Manor, O., & Gross-Tsur, V. (2000). Neuropsychological aspects of developmental dyscalculia. Mathematical Cognition, 1(2), 201–228. https://www.researchgate.net/publication/8026344_Shalev_RS_Manor_O_Gross-Tsur_V_Developmental_dyscalculia_a_prospective_six-year_follow-up


Streif, J. (2023). ADHS & Schule: Herausforderungen & Lösungen. Interview. Betzold Blog. https://www.betzold.de/blog/adhs-interview/?srsltid=AfmBOop4e-Qx9IxOZI6Ak2ucdK0MaUgipVKRB_dQ9cIRSaQ1kMdDG84g


Universität Ulm & Universität Hamburg. (2023). Schätzung: Psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen könnte Milliardenkosten nach sich ziehen. Pressekonferenz Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. https://www.hche.uni-hamburg.de/aktuelles/2023/2023-07-06-corona-folgekosten.html


Zeidan, J., et al. (2022). Global prevalence of autism: A systematic review update. Autism Research, 15(5), 778–790. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35238171/

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