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ADHS in der 5.0‑Welt: Potenziale sehen, Risiken ernst nehmen – ein differenzierter Blick auf Stärken, Grenzen und die Rolle von KI

  • Autorenbild: Die DiklusionsGestalter e.V.
    Die DiklusionsGestalter e.V.
  • vor 5 Tagen
  • 9 Min. Lesezeit

Wenn wir über ADHS sprechen, stehen wir zwischen zwei Erzählungen. Die eine beschreibt eine Störung: beeinträchtigte Aufmerksamkeit, mangelnde Impulskontrolle, exekutive Überforderung. Die andere feiert eine Superkraft: Kreativität, Energie, Ideenreichtum. Beide Erzählungen enthalten Wahrheiten – und beide greifen allein zu kurz.


Als Die InklusionsGestalter verfolgen wir einen dritten Weg: Wir nehmen die wissenschaftliche Evidenz zu ADHS‑Stärken ernst, ohne die erheblichen Risiken und den realen Leidensdruck zu bagatellisieren. Wir fragen, unter welchen Bedingungen Potenziale sichtbar werden, wo KI als Werkzeug helfen kann – und wo ihre Grenzen liegen. In einer Welt, die Intelligence 5.0 (Made By Dyslexia, 2024) als neuen Maßstab für menschliche Fähigkeiten formuliert, verdient ADHS einen ehrlichen, differenzierten Blick.


ADHS verstehen: Zwischen neurobiologischer Variante und klinischer Realität


ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) zeigt sich in Unaufmerksamkeit, Impulsivität und/oder Hyperaktivität. Im Schulalltag bedeutet das häufig: Schwierigkeiten, längere Zeit still zu sitzen, rascher Wechsel zwischen Tätigkeiten, Probleme mit Organisation und Zeitmanagement, spontane Äußerungen. Karin Kahl (2026) beschreibt in Rund um Neurodivergenz in der Schule, wie Exekutivfunktionen – Planen, Priorisieren, Initiieren, Durchhalten – bei ADHS anders ausgeprägt sind und stark von Tagesform, Stresslevel, Beziehungserfahrungen und Umgebungsbedingungen abhängen.


Das klassische medizinische Modell betont die Risiken: beeinträchtigte Selbstregulation, erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit, Substanzmissbrauch, schulisches Scheitern und psychische Folgeerkrankungen (Cortese et al., 2025). Diese Risiken sind real, gut belegt und betreffen viele Betroffene über die gesamte Lebensspanne.


Gleichzeitig hat die Neurodiversitätsbewegung zu Recht darauf hingewiesen, dass eine rein defizitorientierte Sicht wichtige Ressourcen übersieht. In einer Schule, die stark auf Stillarbeit, lineare Abläufe und starre Zeitfenster setzt, geraten Kinder und Jugendliche mit ADHS schnell in Überforderung – und werden als „auffällig" etikettiert (Kahl, 2026). In Kontexten, die Bewegung, Ideen, schnelle Reaktionen und Rollenwechsel zulassen, können dieselben Merkmale zur Stärke werden. Nordby, Guribye, Nordgreen und Klöckner (2023) warnen jedoch explizit davor, die Diagnose zu „romantisieren": Die Anerkennung von Stärken darf die Auseinandersetzung mit den erheblichen Belastungen nicht ersetzen.


ADHS und Kreativität: Was die Forschung tatsächlich zeigt


Die populärste Zuschreibung lautet: „Menschen mit ADHS sind besonders kreativ." Die wissenschaftliche Lage ist differenzierter.


Hoogman, Stolte, Baas und Kroesbergen (2020) zeigen in ihrem Review, dass Personen mit ADHS bei bestimmten Kreativitätstests – etwa dem „Unusual Uses Task", der divergentes Denken misst – besser abschneiden als Kontrollgruppen. Gleichzeitig schneiden sie bei konvergenten Kreativitätsaufgaben, die strukturierte Problemlösung erfordern, schlechter ab. Kreativität bei ADHS ist also kein genereller Vorteil, sondern eine spezifische Stärke im divergenten, assoziativen Denken – die nur unter bestimmten Bedingungen wirksam wird.


Schippers, Greven und Hoogman (2024) bestätigen, dass Erwachsene mit ADHS‑Merkmalen sich selbst häufiger als kreativ, neugierig, energetisch und humorvoll einschätzen. Die Autor*innen weisen jedoch darauf hin, dass ein Großteil der Evidenz auf Selbstberichten basiert und objektive Leistungsmaße oft ein anderes Bild zeichnen. Die Stärken sind nicht zwangsläufig unwirklich – aber ihre wissenschaftliche Absicherung ist weniger eindeutig, als populäre Darstellungen nahelegen.


Im Bericht Intelligence 5.0 (Made By Dyslexia, 2024) werden sechs „Dyslexic Thinking Skills" beschrieben: Visualising, Imagining, Reasoning, Communicating, Connecting und Exploring. Obwohl der Bericht primär Dyslexie adressiert, lassen sich mehrere Skills gut auf ADHS übertragen:

  • Exploring: ausgeprägte Neugier, starker Drang, neue Ideen und Erfahrungen zu erkunden; „Scanner‑Persönlichkeiten", die viele Felder berühren (Kahl, 2026; Sedgwick, Merwood, & Asherson, 2019).

  • Imagining: schnelles, oft bildreiches Denken, Ideenreichtum, originelle Lösungsansätze – besonders, wenn ein Thema emotional bedeutsam ist.

  • Connecting: spontane Kontaktaufnahme, Humor, emotionale Direktheit, Fähigkeit zur Co‑Regulation in dynamischen Situationen.

  • Reasoning auf eigene Art: Mustererkennung im Alltag, schnelles Einschätzen von Chancen und Risiken, Intuition in komplexen Situationen.


Die entscheidende Einschränkung: Diese Skills entfalten sich nicht automatisch, sondern nur in Umgebungen, die sie zulassen und unterstützen. Während KI standardisiert denkt, kann ADHS‑typisches Denken Umwege gehen, sprunghaft sein, Unerwartetes verbinden. In einem Industrie‑4.0‑Raster wirkt das störend; im Industrie‑5.0‑Kontext kann es hochinnovativ sein (Made By Dyslexia, 2024; Austin & Pisano, 2017).


Hyperfokus: zwischen Produktivität und Kontrollverlust


Der Hyperfokus – ein Zustand intensiver, lang anhaltender Konzentration auf eine hoch interessante Tätigkeit – wird häufig als „Superpower" von ADHS dargestellt. Neuere Forschung zeichnet ein ambivalenteres Bild.

Ashinoff und Abu‑Akel (2021) stellen fest, dass Hyperfokus wissenschaftlich kaum definiert und untersucht ist – eine „forgotten frontier of attention". Ayers‑Glassey und Smilek (2024) zeigen, dass Hyperfokus zwar zu hoher Produktivität führen kann, aber auch erhebliche Risiken birgt: Vernachlässigung anderer Aufgaben, körperliches Unbehagen durch Vergessen von Essen und Trinken, soziale Isolation und schlechtere akademische Gesamtleistungen. Nowacki (2025) ergänzt, dass Hyperfokus in Kombination mit maladaptivem Tagträumen auch zu Prokrastination und negativen psychologischen Folgen führen kann.

Für die Praxis heißt das: Hyperfokus kann eine Ressource sein – wenn er bewusst gerahmt und durch externe Strukturen ergänzt wird. Es wäre jedoch irreführend, ihn pauschal als Stärke zu verkaufen, ohne auf die Kehrseiten hinzuweisen. Besonders im schulischen Kontext kann ein unkritisches „Lass sie einfach in den Flow kommen" dazu führen, dass Kinder und Jugendliche wesentliche andere Lernziele und soziale Kontakte vernachlässigen.


Wie ADHS‑Potenziale sichtbar werden – kontextabhängig und nicht selbstverständlich


edgwick, Merwood und Asherson (2019) haben in einer qualitativen Studie erfolgreiche Erwachsene mit ADHS befragt. Die Befragten verbanden ihre Diagnose rückblickend mit Kreativität, Energie, Enthusiasmus und Flexibilität – betonten jedoch, dass diese Qualitäten erst durch passende Umgebungen, unterstützende Beziehungen und bewusste Strategien zur Geltung kamen. ADHS‑Stärken „passieren" nicht einfach. Sie brauchen:

  • Interessenbasierte Aufgaben: Intrinsische Motivation ist bei ADHS ein stärkerer Leistungsfaktor als bei neurotypischen Personen. Aufgaben, die an echte Interessen anknüpfen, können Hyperfokus produktiv aktivieren (Kahl, 2026; Sedgwick et al., 2019).

  • Dynamische, offene Settings: Projektarbeit, Brainstorming, spontane Problemlösung – Situationen, in denen schnelles, assoziatives Denken gefragt ist, statt linearer Abarbeitung. Im Sinne von Intelligence 5.0 entspricht dies genau dem Bedarf an Kreativität, Anpassungsfähigkeit und Problemlösefähigkeit in einer komplexen Welt (Made By Dyslexia, 2024).

  • Beziehungsorientierte Begleitung: Kahl (2026) betont, dass die vertrauensvolle Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson der wichtigste Schutzfaktor für neurodivergente junge Menschen ist – wichtiger als jede Methode oder jedes Tool.

  • Fehlerfreundliche Kultur: Impulsivität führt unweigerlich zu Fehlern. Werden diese als Lernchancen gerahmt statt als Charakterurteil, können sich Risikobereitschaft und Spontanität als Innovationsfähigkeit zeigen (Rogl et al., 2024).

  • Sozialer Zugang als Stärke: Viele Jugendliche mit ADHS haben einen unmittelbaren, humorvollen Zugang zu anderen. Sie sind oft wichtige „soziale Knotenpunkte" in Klassen und Teams, wenn ihre Impulsivität nicht permanent sanktioniert, sondern sinnvoll gerahmt wird (Kahl, 2026).

  • Sensorische Vielfalt statt Monotonie: Parallele, sensorisch reichhaltige Settings – Lernen mit Bewegung, Musik, praktischen Tätigkeiten – können Stärken aktivieren, die in linearen, monotonen Unterrichtsformen verborgen bleiben.


Gleichzeitig müssen wir anerkennen: Nicht jeder Mensch mit ADHS entwickelt überdurchschnittliche Kreativität. Und nicht jede Umgebungsanpassung reicht aus, um schwerwiegende exekutive Defizite auszugleichen. Hotte‑Meunier et al. (2024) zeigen in ihrem systematischen Review zu ADHS und Beschäftigung, dass unbehandelte ADHS‑Symptome in der Arbeitswelt zu deutlichen Nachteilen führen können – von Jobverlust bis zu chronischer Erschöpfung. Der stärkenbasierte Ansatz ergänzt medizinische und therapeutische Unterstützung, er ersetzt sie nicht.


KI als Co‑Pilot: Entlastung mit Augenmaß


Im Sinne von Intelligence 5.0 (Made By Dyslexia, 2024) liegt die Zukunft in der Zusammenarbeit von menschlicher und maschineller Intelligenz. KI übernimmt standardisierte, reproduzierbare Tätigkeiten; Menschen bringen kreatives, empathisches, intuitives Denken ein. Für Menschen mit ADHS kann KI gezielt dort entlasten, wo exekutive Überforderung den Alltag dominiert – als cognitive offloading:


  • Strukturierung und Zeitmanagement: KI‑gestützte Aufgabensortierung, visuelle Zeitpläne und „Time Boxing", kontextsensitive Erinnerungen, automatische Erstellung von To‑do‑Listen aus Texten oder Gesprächen. So muss die Person nicht jede Planungsleistung im Kopf halten, sondern kann sich auf Umsetzung und kreative Aspekte konzentrieren.

  • Ideen ordnen statt unterdrücken: KI kann parallele Einfälle sammeln, clustern, visualisieren und Priorisierungsvorschläge machen. Das Ideenfeuerwerk wird nicht „abgestellt", sondern geordnet nutzbar gemacht – ganz im Sinne eines Mensch‑KI‑Teams, in dem KI standardisiert sortiert und der Mensch kreativ wählt.

  • Routineentlastung: Formulararbeit, Textproduktion, repetitive Verwaltungsaufgaben – genau jene Tätigkeiten, die bei ADHS besonders viel Energie kosten. KI kann diese übernehmen, sodass mehr Kapazität für Problemlösen, Kommunikation und Innovation bleibt.


Auch hier ist Differenzierung nötig: KI kann Exekutivfunktionen nicht ersetzen. Zeitmanagement‑Apps helfen nur dann, wenn die Person sie konsistent nutzt – und genau daran scheitern viele Menschen mit ADHS. KI‑Tools müssen daher so gestaltet sein, dass sie niedrigschwellig, adaptiv und nicht bevormundend arbeiten. Und cognitive offloading darf nicht dazu führen, dass notwendige therapeutische Unterstützung – etwa Psychoedukation, Coaching oder Medikation – als überflüssig dargestellt wird.


Der LernraumGestalter: KI als Werkzeug für Lehrkräfte – mit klaren Grenzen


Als Die InklusionsGestalter entwickeln wir den LernraumGestalter – einen KI‑Agenten für Lehrkräfte, der Aufgaben nach Interessenfeldern und Denkstilen anpassen kann:

  • Generierung von Aufgabenvarianten, die divergentes Denken ansprechen: offene Fragestellungen, Projektideen, visuelle und kollaborative Formate – z. B. kurze, abwechslungsreiche Projekte, praktische Experimentieraufgaben, kollaborative Rollen.

  • Vorschläge für Lernphasen, die bewusst zwischen Fokus, Bewegung, Austausch und Reflexion wechseln – mit Blick auf Exekutivfunktionen und Passungsprobleme.

  • Vorschläge, wie Inhalte in „ADHS‑freundliche" Formate überführt werden: mehr Visualisierung, mehr Handlung, klar strukturierte Mikroschritte bei gleichzeitig hoher Freiheit der Ausgestaltung.

  • Anpassung an Energieprofile und Interessencluster – nicht als Ersatz für pädagogische Beziehung, sondern als Entlastung bei der standardisierten Seite der Differenzierung.


Dabei sind wir uns einer Grenze bewusst: Kein KI‑Tool kann die individuelle Situation eines jungen Menschen mit ADHS vollständig erfassen. Algorithmen arbeiten mit Mustern – Menschen mit ADHS zeichnen sich gerade durch ihre Unvorhersehbarkeit aus. Wie Kahl (2026) formuliert: „Wichtiger als alle Diagnosen und Fördermaßnahmen ist für diese jungen Menschen eine stabile und vertrauensvolle Beziehung zu mindestens einer Lehrperson, die sie so akzeptiert, wie sie sind." Der LernraumGestalter schafft Lehrkräften Zeit und Freiraum für genau diese Begegnung – er ersetzt sie nicht.


Fazit: Ehrlichkeit als Haltung


Der stärkenbasierte Ansatz bei ADHS ist richtig und wichtig – aber nur, wenn er ehrlich bleibt.

Was für die Stärkenperspektive spricht:

  • Divergentes, assoziatives Denken ist bei ADHS überdurchschnittlich ausgeprägt (Hoogman et al., 2020).

  • Neugier, Energie, Begeisterungsfähigkeit und empathische Kontaktfähigkeit werden von Betroffenen selbst als Stärken erlebt (Nordby et al., 2023; Sedgwick et al., 2019).

  • Das Wissen um eigene Stärken korreliert mit besserem psychischem Wohlbefinden (Shah et al., 2025).

  • Intelligence 5.0 zeigt, dass genau diese human skills – Kreativität, Anpassungsfähigkeit, Beziehungsfähigkeit – in der Zukunft an Bedeutung gewinnen (Made By Dyslexia, 2024).


Was gegen eine unkritische Stärkenerzählung spricht:

  • Die Evidenz basiert überwiegend auf Selbstberichten; objektive Kreativitätsmaße zeichnen ein gemischtes Bild (Schippers et al., 2024; Hoogman et al., 2020).

  • Hyperfokus kann ebenso zu Prokrastination, sozialer Isolation und körperlicher Vernachlässigung führen wie zu Produktivität (Ayers‑Glassey & Smilek, 2024; Nowacki, 2025).

  • Unbehandelte ADHS‑Symptome führen zu signifikanten Nachteilen in Bildung und Beruf (Hotte‑Meunier et al., 2024; Cortese et al., 2025).

  • Die „Superpower"‑Rhetorik kann Leidensdruck bagatellisieren und den Zugang zu notwendiger Unterstützung erschweren (Nordby et al., 2023).

  • KI‑Tools zur Entlastung von Exekutivfunktionen können nur wirken, wenn sie niedrigschwellig gestaltet sind und konsistent genutzt werden – gerade das ist bei ADHS oft die größte Hürde.


Was wir als Die InklusionsGestalter daraus ableiten: Potenziale sehen – ja. Herausforderungen ernst nehmen – ebenso. KI nutzen, um Exekutivfunktionen zu entlasten und Räume für Stärken zu schaffen – unbedingt. Aber mit dem klaren Bewusstsein, dass KI‑Tools, LernraumGestalter und Stärkenperspektiven kein Ersatz für pädagogische Beziehungen, therapeutische Unterstützung und systemische Veränderungen sind.


ADHS in der 5.0‑Welt ist weder nur Störung noch nur Superkraft. Es ist eine andere Art zu denken und wahrzunehmen, die unter den richtigen Bedingungen wertvolle Beiträge leisten kann – wenn wir bereit sind, diese Bedingungen zu schaffen, ohne die Schwierigkeiten zu leugnen. Ehrlichkeit über beides – die Stärken und die Grenzen – ist die Grundlage für eine Haltung, die neurodivergenten Menschen tatsächlich gerecht wird.


Literatur


Ashinoff, B. K., & Abu‑Akel, A. (2021). Hyperfocus: The forgotten frontier of attention. Psychological Research, 85(1), 1–19. https://doi.org/10.1007/s00426-019-01245-8


Austin, R. D., & Pisano, G. P. (2017). Neurodiversity as a competitive advantage. Harvard Business Review, 95(3), 96–105. https://hbr.org/2017/05/neurodiversity-as-a-competitive-advantage


Ayers‑Glassey, S., & Smilek, D. (2024). Hyperfocus in ADHD: Experiences and associated outcomes. Research in Developmental Disabilities, 144, 104639. https://www.researchgate.net/publication/374334480_The_relations_between_hyperfocus_and_similar_attentional_states_adult_ADHD_symptoms_and_affective_dysfunction


Cortese, S., Bellgrove, M. A., Brikell, I., Franke, B., Goodman, D. W., Hartman, C. A., … & Faraone, S. V. (2025). Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) in adults: Evidence base, uncertainties and controversies. World Psychiatry, 24(1), 25–45. https://doi.org/10.1002/wps.21374


Hoogman, M., Stolte, M., Baas, M., & Kroesbergen, E. (2020). Creativity and ADHD: A review of behavioral studies, the effect of psychostimulants and neural underpinnings. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 119, 66–85. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33035524/


Hotte‑Meunier, A., Sarraf, L., Bougeard, A., Bernier, F., Voyer, C., Deng, J., … & Villotti, P. (2024). Strengths and challenges to embrace attention-deficit/hyperactivity disorder in employment – A systematic review. Neurodiversity, 2, 27546330241287655. https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/27546330241287655


Kahl, K. (2026). Rund um Neurodivergenz in der Schule: Hintergrundinformationen, Praxisbeispiele, Handlungsempfehlungen. Mülheim an der Ruhr, Deutschland: Verlag an der Ruhr. https://www.verlagruhr.de/Rund-um-Neurodivergenz-in-der-Schule/9783834669889


Made By Dyslexia. (2024). Intelligence 5.0: A new school of thought rethinking the intelligence needed in Industry 5.0. London, United Kingdom: Made By Dyslexia. https://madebydyslexia.org/MBD-Intelligence-5.0-Report.pdf


Nordby, E. S., Guribye, F., Nordgreen, T., & Klöckner, C. A. (2023). Silver linings of ADHD: A thematic analysis of adults' positive experiences with living with ADHD. BMJ Open, 13(10), e074052. https://bmjopen.bmj.com/content/13/10/e072052


Nowacki, A. (2025). ADHD, hyperfocus, and procrastination: The mediating role of maladaptive daydreaming in adverse psychological outcomes. Journal of Attention Disorders. https://doi.org/10.1177/02762366251409350


Rogl, S., Resch, C., Bögl, E., Gürtler, B., Hinterplattner, S., & Klug, J. (Hrsg.). (2024). Begabung verändert – förderliche Lernwelten erforschen, gestalten, implementieren. Münster, Deutschland: Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783830996699


Schippers, L. M., Greven, C. U., & Hoogman, M. (2024). Associations between ADHD traits and self-reported strengths in the general population. Comprehensive Psychiatry, 130, 152457. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38335571/


Sedgwick, J. A., Merwood, A., & Asherson, P. (2019). The positive aspects of attention deficit hyperactivity disorder: A qualitative investigation of successful adults with ADHD. ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 11(3), 241–253. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30374709/


Shah, P., et al. (2025). The role of psychological strengths in positive life outcomes in adults with ADHD. Psychological Medicine, 55, e138. https://doi.org/10.1017/S0033291725101232


Weigand, G. (2014). Personorientierte Begabungsförderung: Eine Einführung in Theorie und Praxis. Weinheim, Deutschland: Beltz. https://beltz.de/fachmedien/paedagogik/personorientierte-begabungsfoerderung/BEL29371

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